„Todsünden sind eine pervertierte Form der Liebe, die falsche
Objekte übermäßig und zu Lasten anderer begehrt. Daraus
resultiert Entfremdung und Fetischisierung.“

Die sieben Todsünden stellten für mich sieben Ansatzpunkte dar, um
gewisse gesellschaftliche und ethische Veränderungen zu erarbeiten.
Was früher als Sünde gewertet wurde, wird heute oftmals toleriert
oder ist schlichtweg legal geworden.

Die sieben Todsünden bildeten einst einen lange gültigen Sündenkanon,
der gewisse Handlungen als „Böse“ wertete und den Tugendvorstellungen
entgegengesetzt war. Sicherlich wurde der Sündenbegriff auch als Macht-
instrument eingesetzt, um angemessenes Verhalten im Klerus zu erreichen.
Im Laufe der Recherche wurde jedoch deutlich, dass die Weisungsmacht
der Kirche bezüglich der sieben Todsünden kaum noch zu spüren ist.

Noch drastischer formuliert:
Moral wird immer stärker zur Privatsache.
Die ethische Grundvorstellung von Gut und Böse wird im Grunde definiert
durch Erziehung, Tradition, Herkunft und nicht zuletzt persönlichem Empfinden.